Staat-Kirche-Verhältnis

Über Jahrhunderte hinweg waren die evangelischen Kirchen Staatskirchen. Dieser Rechtszustand wurde durch Artikel 137 Absatz 1 der Weimarer Reichsverfassung (WRV) im Jahre1919 beendet. Seither beruht das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland auf einem besonderen Verständnis:

Der Staat erklärt sich zwar in weltanschaulichen und religiösen Angelegenheiten als neutral - gleichzeitig lebt er jedoch von Voraussetzungen, die er selbst nicht schaffen kann. Grundlage für die Beziehung von Staat und Kirche in Deutschland sind Gemeinsinn, Verantwortung für den anderen und die verantwortungsvolle Wahrnehmung von Freiheit. Nur so kann eine Zusammenarbeit, die auf beidseitiger Freiheit und Unabhängigkeit basiert, funktionieren.

Im Unterschied zu anderen Ländern der Europäischen Union gewährleistet das deutsche staatskirchenrechtliche System verfassungsrechtlich Religionsfreiheit und institutionelle Garantien (laut Artikel 140 Grundgesetz). Historisch ist dies sowohl auf die Erfahrungen der Religionskriege im 16. Jahrhundert als auch auf das Gleichgewicht zwischen der katholischen und den evangelischen Kirchen zurückzuführen.

Diese Besonderheit des deutschen Staatskirchenverhältnisses wird von der Europäischen Union anerkannt.

  • Die historische Entwicklung der Kirchensteuer

    Upload am: 30.09.2007

  • Rechtsgrundlagen der Kirchensteuer

    Upload am: 30.09.2007


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Publikationsdatum dieser Seite: 06.12.2018 13:24