Bedeutung

Die Geschichte der modernen organisierten Diakonie nahm ihren Anfang, als der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern (1808 bis1881) beim Wittenberger Kirchentag 1848 das Programm der Inneren Mission gegen geistliche und materielle Armut sowie soziale Not entwarf. Heute gehören dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) als Mitglieder die Diakonischen Werke der 23 Landeskirchen der EKD, neun Freikirchen mit ihren diakonischen Einrichtungen sowie rund neunzig Fachverbände der verschiedensten Arbeitsfelder an. Diese Mitglieder repräsentieren etwa 27 000 selbständige Einrichtungen unterschiedlicher Größe und Rechtsform, in denen rund 450 000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voll- oder teilbeschäftigt sind. Mitgetragen wird die diakonische Arbeit von den rund 16 000 Gemeinden der Landes- und Freikirchen, in denen in der EKD über 1 066 766 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind.

Die herausragende Bedeutung der Diakonie hat mit dem so genannten Subsidiaritätsprinzip zu tun, das in der Bundesrepublik Deutschland eine wichtige Grundlage der Organisation gesellschaftlicher Prozesse darstellt: Demnach unternimmt der Staat nur das, was durch die Bürger, Vereine und selbständig tätigen Einrichtungen nicht durchgeführt werden kann. Im Gegenzug unterstützt er durch rechtliche Regelungen gemeinnütziges Handeln und schafft Regelungen für die Förderung solchen Handelns und den Umfang der Erstattung der Kosten durch den Staat, die Kommunen oder die Krankenkassen.

Als Teil des sozialen Systems in der Bundesrepublik Deutschland finanzieren sich kirchlich-diakonische Einrichtungen (z. B. die Krankenhäuser) wie die anderer Träger durch Pflegesätze von den Krankenkassen; Kindergärten bekommen nach den Gesetzen der Länder finanzielle Unterstützung durch die Kommunen.

Dennoch ist der Eigenanteil der diakonischen Einrichtungen oft nicht unbeträchtlich: Er betrifft den Erwerb der notwendigen Grundstücke, Investitionskosten bzw. Eigenanteile daran sowie (gerade bei Kindergärten) Zuschüsse zu laufenden Kosten. Diakonische Arbeit ist vielfach ohne Zuschüsse der Kirchengemeinden aus Kirchensteuermitteln und ohne eigene Spendenwerbung nicht tragfähig.


EKD Logo
Evangelische Kirche in Deutschland
Copyright 2018 Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) | Datenschutz | Impressum
Publikationsdatum dieser Seite: 06.12.2018 13:24