Erweiterte Kameralistik

Inhalte der Erweiterung

Ein wichtiges Ziel des neuen kirchlichen Finanzwesens ist die stärker inhaltliche Ausrichtung der Finanzen im Haushalt durch die Einführung eines Haushaltsbuches. Es ist nach kirchlichen Handlungsfeldern oder Organisationseinheiten gegliedert und enthält zusätzlich zu den zugehörigen Finanzzahlen weitere Angaben zu den Zielen der Handlungsfelder / Organisationseinheiten sowie Indikatoren für deren Erreichungsgrad. Durch die Bildung von Budgets und deren Regelung wird wirtschaftliches Handeln unterstützt.

Ein weiteres Hauptziel des neuen kirchlichen Finanzmanagements, den Ressourcenverbrauch einer Haushaltsperiode darzustellen, bedingt für die erweiterte Kameralistik die Sollbuchführung. Mit der Sollbuchführung können die Finanzströme ohne großen Mehraufwand gegenüber der Istbuchführung wirtschaftlich dem zutreffenden Haushaltsjahr zugeordnet werden. Zudem wird der Ressourcenverbrauch, der durch die Nutzung des kirchlichen Sachanlagevermögens entsteht, auch im Haushalt der erweiterten Kameralistik abgebildet: durch eine entsprechende Zuführung zur Substanzerhaltungsrücklage. So werden durch die jetzige Abnutzung nicht mehr künftige Haushalte und Generationen belastet, sondern es sollen als Ausgleich für die Abnutzung finanzielle Mittel für eine spätere Sanierung oder einen Neuerwerb angespart werden.

Erweitert wird die klassische Kameralistik vor allem um die vollständige Darstellung des kirchlichen Vermögens und der Schulden durch die Aufstellung einer Bilanz, die auch dem Haushalt als Anlage hinzugefügt wird. Die Bilanzgliederung und die Aufstellungsvorschriften entsprechen den Regelungen in der kirchlichen Doppik, so dass eine Vergleichbarkeit möglich wird.

Weiterhin Abbildung der Zahlungsströme, aber nicht nur

Die Abbildung der Zahlungsströme im Haushalt bleibt in der erweiterten Kameralistik erhalten, eine Trennung in Verwaltungs- und Vermögenshaushalt (konsumtiver Teil und Investitionsteil) ist nicht nötig, aber möglich. Die zahlungsrelevanten Einnahmen und Ausgaben werden in der erweiterten Kameralistik um die Abbildung von nicht zahlungsrelevanten Einnahmen und Ausgaben erweitert, damit im Haushalt auch Veränderungen von nicht zahlungsrelevanten Bilanzpositionen durch die Gremien beschlossen werden können.

Rechtsgrundlagen und weitere Informationen

Die kirchliche erweiterte Kameralistik basiert auf den Regelungen für die Haushaltsplanung und den Haushaltsvollzug sowie für Ansatz und Bewertung des Vermögens, die in der Ordnung für das kirchliche Finanzwesen auf der Basis der erweiterten Kameralistik (HHO) festgeschrieben sind.

  • Konzept für die kirchliche erweiterte Kameralistik

    Upload am: 15.10.2018

    Das Konzept für die erweiterte Kameralistik ist hier in einer neuen Fassung eingestellt. Es wird eine Einführung in die erweiterte Kameralistik gegeben. 

  • Ordnung für das kirchliche Finanzwesen auf der Basis der erweiterten Kameralistik 2018 mit Anlagen

    Upload am: 12.07.2018

    Die Ordnung mit den Änderungen 2018 hat der Rat der EKD beschlossen. Sie gilt in der geänderten Fassung ab dem 1. Juli 2018.

  • Schema der kirchlichen Bilanzgliederung 2018

    Upload am: 12.07.2018

  • Buchungsbeispiele für die erweiterte Kameralistik ab 2013

    Upload am: 02.01.2013

    Der Rat der EKD hat im Juni 2018 Änderungen für die Ordnungen für das kirchliche Finanzwesen erlassen, diese müssen noch in die hier vorliegenden Buchungsbeispiele eingearbeitet werden. Sie werden in der aktualisierten Fassung baldmöglichst hier eingestellt.

  • Finanzkennzahlen in der erweiterten Kameralistik | von der AG erweiterte Kameralistik

    Upload am: 25.06.2012

    Aufgrund der Änderung der Ordnung 2018 müssen diese Kennzahlen teilweise überarbeitet werden, der aktualisierte Stand wird baldmöglichst hier eingestellt.

    Betriebswirtschaftliche Kennzahlen werden hier untersucht, ob sie sich für den Einsatz in kirchlichen Verwaltungen eignen. Dafür mussten sie in der Regel an die kirchlichen Bedarfe angepasst werden, an die öffentlich-rechtliche Haushaltswirtschaft und an spezielle Begriffe der erweiterten Kameralistik. Eine Liste der grundsätzlich geeigneten Kennzahlen wurde erstellt, sie haben jedoch in den unterschiedlichen kirchlichen Verwaltungsebenen möglicherweise einen unterschiedlichen Stellenwert. Die Praxis muss zeigen, welche sich als besonders aussagekräftig und vielfältig anwendbar erweisen.


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Publikationsdatum dieser Seite: 13.12.2018 14:17